Es waren schöne glänzende Zeiten, …

… wo Europa ein christliches Land war, wo Eine Christenheit diesen menschlich gestalteten Welttheil bewohnte; „Ein großes gemeinschaftliches Interesse verband die entlegensten Provinzen dieses weiten geistlichen Reichs.“ – So formulierte es Novalis im Jahre 1799. Was als Salonrede für einen Kreis romantischer Dichter in Jena geschrieben wurde, erreichte unter dem Titel „Die Christenheit oder Europa“ Kultstatus.
Ein spätes Echo dieser Idee gab es im Oktober des Jahres 2014. Menschen gingen auf die Straße, um für das Christliche Abendland zu demonstrieren. Die Demonstrationen in Dresden und später auch in anderen Städten wurden immer größer. Aber die Menschen kamen nicht aus den christlichen Gemeinden, und es ging ihnen auch nicht um eine christliche Kultur der Barmherzigkeit, sondern um eine Abwehr anderer Religionen. Den Patriotischen Europäern (Pegida) ging es um Islamkritik, und diese Schlagrichtung ist seitdem auch einer der politischen Schwerpunkte der AfD.
Aber was heißt es denn nun, ein Christliches Europa zu wollen? Geht es um wehrhafte Abgrenzung oder um eine Gastlichkeit, die auf christlichen Werten beruht?
Der sechsten Abend unserer Reihe „Poltikfelder der AfD“ heißt „Unsere Religion. Morgenland oder Abendland“. Die Oekumenischen Akademie Gera Altenburg lädt für Freitag, den 19. Oktober 2018 um 19 Uhr ins Lutherhaus ein, das in der Joilot-Curie-Str. 1a in 07548 Gera-Untermhaus zu finden ist. Unser Experte ist Dr. Andreas Finke. Er ist Leiter der Stadtakademie Meister-Eckhart in Erfurt und war von 1992 bis 2007 Referatsleiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen. Er gilt als Islamexperte und hat viel über das Verhältnis der christlichen Kirchen zum Islam nachgedacht. Er leitet den Abend mit seinem Impuls ein.
Im anschließenden Streitgespräch ist der ehemalige Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel der eine der beiden politischen Kontrahenten. Da er in Schmalkalden wohnt, ist er Synodaler der kurhessischen Kirche. Außerdem ist er Vorsitzender des Ev. Arbeitskreises der CDU Thüringen und gibt das konfessionell-politische Magazin „Wartburg-Kurier“ heraus. Sein Gegenüber ist Volker Münz. Er ist der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion und kennt auch die kirchliche Basisarbeit, denn er ist Mitglied im Gemeinderat der evangelischen Kirche in Uhingen sowie Mitglied der Bezirkssynode.
Die Reihe wird vom Bundesprogramm Demokratie leben! gefördert, und hier können Sie das Programm-Faltblatt unserer Reihe aufklappen:
Text: Pfarrer Dr. Frank Hiddemann