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Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch

Erschreckend aktuell: Grimmelshausens barocker Kriegsroman „Simplicissimus“

Am Mittwoch, dem 20.11.2019 feiert die szenische Lesung „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“ ab 19 Uhr ihre Premiere im Alten Wannenbad der Häselburg. Gelesen wird er von Wilfried Pucher. Weitere Veranstaltungen, speziell für Schulklassen, folgen.

Als Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen 1668 seinen Roman „Der abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“ veröffentlichte, hatte der 30-jährige Krieg (1618-1648) Deutschland in Schutt und Asche gelegt. Der Krieg stellte alles bis dahin Gewesene in den Schatten: Kannibalismus brach aus; Seuchen und mit dem Krieg einhergehende Hungersnöte rafften über die Hälfte der Bevölkerung dahin. Die Äcker und Städte waren verwüstet, die Sitten der Überlebenden wölfisch. Die Gräueltaten endeten erst, als auf allen beteiligten Seiten das Geld ausging.

Dieser Untergangsstimmung trat Grimmelshausen mit Humor und erzählerischer Verve entgegen und schuf eines der bedeutendsten Werke des Barock. DER ABENTHEUERLICHE SIMPLICISSIMUS TEUTSCH ist nicht nur ein Meilenstein in der Literaturgeschichte, sondern auch ein Kriegsreport über den Dreißigjährigen Krieg. Aus der Sicht eines 10jährigen Bauernjungens schildert Grimmelshausen in deftiger volksnaher Sprache die Grausamkeit des Krieges, die Gräueltaten und Gewalt der Soldaten, das Leiden der einfachen Leute, ihren Lebenskampf, die seelische Verrohung und den Verfall der Sitten.

Der 1940 bei Greiz geborene Schauspieler Wilfried Wieland Pucher war nach einem Engagement am Geraer Theater von 1971 bis 1991 als bekannter Fernsehschauspieler im DDR Fernsehen präsent. 1987 erhielt er den Kunstpreis der DDR und war auch nach der Wende sehr erfolgreich auf den Bühnen Deutschlands aktiv. Aber auch für den „Polizeiruf 110“ stand er immer wieder vor der Kamera.Pucher liest den witzigen und bewegenden Text in der nur geringfügig an die heutige Sprache angepassten Originalsprache und vermag es, diese nach kurzer Eingewöhnung verständlich und lebendig zu machen.

Es ist erschreckend, dass dieser 350 Jahre alte Roman heute wieder herangezogen werden kann, um aktuelle Geschehnisse zu spiegeln und zu reflektieren. Aber gegenwärtiges Leid, Willkür und Gewalt auf den zahlreichen aktuellen Kriegsschauplätzen werden durch Grimmelshausens Schilderungen wieder greifbar nahe.

Premiere:
Mittwoch, 20.11.2019, 20 Uhr
Häselburg, Altes Wannenbad
Florian-Geyer-Str. 17
Eingang über den Hof
07545 Gera

Zu den Folgeaufführungen am 21.11. und 28.11. (jeweils 11 Uhr) laden wir explizit Schülerinnen und Schüler ein, sich auf anschauliche Art und Weise dieses Stück (Literatur-)Geschichte als Ergänzung zum Schulunterricht anzusehen.

Der Eintritt zu allen Aufführungen ist frei.

Schauspieler:  Wilfried Wieland Pucher
Musikalische Begleitung: Michel Hufenbach
Text/Dramaturgie: Gisela Hug
Produktionsleitung: Dr. Claudia Tittel
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:  Dr. Claudia Tittel
Bühnentechnik/Ton: Burkhard Schlothauer

Die Veranstaltung wird gefördert über die Partnerschaft für Demokratie in Gera. Diese wird gefördert durch das Bundesfamilienministerium im Rahmen Bundesprogramm „Demokratie leben!“ – Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit und das Thüringer Landesprogram „Denk Bunt“.

AktionswocheN „Gera kann queerer“

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Eröffnungsveranstaltung am 03. September 2019, Lagerfeuer mit Konzert am 04.09. 19

Fotos: Manuela Uhlig, Sybille Thomae, Andrea Schramm

Christopher Street Day Gera Parade & Straßenfest 14.09.2019

„Eine Stadt ist nur so stark – wie der Umgang mit ihren Bewohnern.“

Eine Stadt lebt von einem respektvollen Umgang mit allen Menschen. Mir ist bewusst, dass es immer noch Vorurteile und Vorbehalte gegenüber verschiedenen Gruppierungen in unserer Gesellschaft gibt. Kennen Sie den Begriff „Vielfaltsmanagement“? Im Kern geht es darum,
die Vielfalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Vorteil für das Unternehmen zu nutzen. Nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben spielen diese Themen eine bedeutende Rolle. Aus diesem Grund ist es für mich eine Selbstverständlichkeit
den Christopher Street Day im Rahmen meiner Schirmherrschaft als Oberbürgermeister der Stadt Gera zu unterstützen. Ich finde es bemerkenswert, dass sich eine Vielzahl von Menschen aus
unserer Stadt zusammengeschlossen hat, um für Vielfalt und ein respektvolles
Miteinander zu werben. Denn genau das braucht unsere Stadt – die Zusammenarbeit und das miteinander Reden – nicht übereinander. csdNur so können wir etwas bewegen!
Jeder Bürger und jede Bürgerin soll sich ungeachtet des Geschlechts, der Lebensform, der Herkunft, der sexuellen Orientierung oder des Glaubens wohl und sicher fühlen. Jede Frau und jeder Mann hat das Recht, seinen ganz eigenen Lebensweg auf der Suche nach seinem persönlichen Glück zu gehen. Ich freue mich, als Schirmherr ein Teil der geplanten Veranstaltungen sein
zu dürfen. Seien Sie, wer Sie sind. Seid Ihr, wer Ihr seid. Denn das bereichert uns alle. „Es hat noch nie jemand etwas verändert, wenn er so war wie andere“.
(P. T. Barnum) Herzlichst Ihr und Euer,
J u l i a n V o n a r b
Oberbürgermeister der Stadt Gera

Inhalt
AktionswocheN „Gera kann queerer“

Broschüre zum Download

 

Nochmal Möglichkeit Projekte für Demokratie in Gera einzureichen

Gestern tagte der Begleitausschuß der Partnerschaft für Demokratie in Gera und bewilligte ein weiteres Projekt. Eingereicht wurde dieses vom Evangelischen Kirchenkreis. Es handelt sich um eine Ausstellung zum Thema „Vielfalt Nahost“.

Es können nochmal Projekte eingereicht werden! Bis 2. September 2019!

an die Lokale Koordinierungsstelle, Frau Heike Födisch, bitte digital unter Foedisch.Heike@gera.de und im Original per Post an Fachdienst Soziales, Lokale Koordinierungsstelle „Demokratie leben!“, Gagarinstraße 99-101, 07545 Gera


https://exkosgera.wordpress.com/download-demokratie-leben/ (Antragsformular)

Wer noch Fragen hat, Hilfe bei Projektentwicklung und Antrag benötigt, bitte telefonisch an die Externe Koordinierungsstelle Tel. 0365/ 20426594 oder 95 wenden, ebenso möglich per Email an exkos-gera@gmx.de.

Kulturwerkstatt – Ohrenschmaus

Gestern fand das erste öffentliche kulturelle Angebot durch Jugendliche (Studenten) für Jugendliche, Dozenten und Bürger*innen der Stadt Gera statt.

Im Ergebnis der Vorbereitungsrunden entstand der Wunsch der öffentlichen Darbietung, um sich selbst zu erfahren und ihre Mitmenschen an der Umsetzung teilhaben zu lassen. Die Veranstaltung soll weitere Einwohner/Studenten zum Mitmachen anregen.

Die Studierenden begeben sich in soziokulturelle Teilhabe und engagierten sich intensiv an der Umsetzung. In 7 Acts (Poetry Slam, literarische Darbietung und Gesang) wurden am 26.03.2019 viele junge Menschen im Begegnungsraum der alten Brauerei 1880 erreicht (305 Anwesende). Eine positive Identifizierung mit ihrem alten oder neuen Heimatort Gera wurde in ersten Schritten hergestellt. Es wurde sichtbar, wie sehr eine Jugendkultur von Demokratie partizipiert, wenn sie ihren Sozialraum selbst gestalten können.

Die Jugendlichen bereichern mit eigenen Ideen ihren Stadtteil zu einer lebenswerten Stadt. Sie ergreifen Eigeninitiative, bringen eigene Ideen ein und setzten diese mit großer Leidenschaft um. Begeisterung fand der Ohrenschmaus auch bei unserem Oberbürgermeister Julian Vonarb, der es sich nicht nehmen ließ, den jungen Menschen einen Besuch abzustatten, um ihnen weiterhin viel Spaß bei der Umsetzung ihrer Ideen zu wünschen.

Ein Projekt des Studentenfördervereins Gera

Buchmesse Leipzig – Schwerpunkt Politik und Medienbildung

 

In den vergangenen vier Tagen hat sich die Buchbranche in Leipzig präsentiert und die Koordinierungsstelle war dabei. In diesem Jahr waren es 15.000 Besucher mehr als 2018. Die Aufgaben der Buchmesse „Literatur sichtbar zu machen“ und zu bilden haben sich erfüllt. Referenten hielten Kurzseminare zu Themen der Jugendarbeit, Digitalisierung, Partizipation und Demokratiebildung. In den Seminaren gingen wir der Fragestellung nach, wie man souverän mit den Herausforderungen umgeht, dass demokratische Gesellschaften weltweit zunehmend unter Druck geraten?

 

  1. Vortrag: Demokratiebildung an Schulen Erstmalig wird damit eine quantitative Studie zum Stellen wert Demokratiebildung aus Lehrerperspektive vorgelegt. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden vorgestellt und im Hinblick auf praktische Konsequenzen für Schule und Lehrerqualifizierung diskutiert.

 

  1. Brauchen wir Europa? Ja, doch Vertrauen auf ein Miteinander kann nur durch intensive Zusammenarbeit geschaffen werden. „Europa und Völkerverständigung zu schätzen heißt nicht zwangsläufig, die Europäische Union zu lieben; die EU zu unterstützen nicht unbedingt, die Brüsseler Politik und alle ihre Entscheidungen zu befürworten.“ Konkrete Inhalte müssen aus dem Ergebnis politischer Aushandlungsprozesse wachsen. Wie das gelingen kann und vor welchen Herausforderungen die EU steht wurde an einigen Beispielen verdeutlicht.

 

  1. Vortrag: Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft stellt Vorstellungen, Handlungsansätze und Ziele der neugegründeten Demokratieallianz vor. Angesichts der aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen wurde auf Initiative der Gesellschaft für Demokratiepädagogik (DeGeDe) das Bündnis gegründet. Strategien zur Stärkung der Demokratiebildung wurden handlungsorientiert besprochen.

 

  1. Vortrag: Wieviel Hass vertragen wir? Das Impulsreferat gab einen Einblick in Demokratiebildung, Kompetenzstärkung und Werteerziehung im digitalen Zeitalter. Beispielhafte Methoden und Lernszenarien aus aktuellen Projekten wurden vorgestellt. Die Zivilisierung des Internets sollte das Ergebnis sein.

 

  1. Vortrag: Demokratie unter Druck: Sachsen 1918-1933 stand unter der Fragestellung, ob wir uns Weimarern Verhältnissen nähern.

 

  1. Vortrag: Fragen an Europa – Europa ist, was wir draus machen. Eine völlig neue Art von Sachbuch ist von Kindern für Kindern entstanden, unter der Beteiligung des Jugendbeirates Berlin und Frankfurt.

 

  1. Vortrag: Gesellschaftliches Engagement benachteiligter Jugendlicher fördern wurde anhand erprobter Konzepte zur Förderung demokratischer Teilhabemöglichkeiten vorgestellt. Wo Jugendliche freiwillig hingehen und nicht müssen, da kann die Chance für Demokratieentwicklung sehr hoch sein. Die Bedeutsamkeit der offenen Kinder- und Jugendarbeit für eine gelingende Demokratiebildung wurde an einem Beispiel in Berlin-Marzan erprobt und evaluiert. Zielgruppen aus prekären Lebensverhältnissen konnten ihr Umfeld – den Jugendclub – konstruktiv durch demokratische Aushandlungsprozesse mit gestalten. Am Ende entstand sogar Interesse für den gesamten Sozialraum – eine Erfolgsgeschichte.

 

  1. Vortrag: Verbrannt Wörter – „wo wir noch reden wie Nazis und wo nicht“, war wohl eines der interessantesten Vorträge des Tages. Der Publikumsandrang war, trotz fortgeschrittener Stunde, am höchsten. „Asozial, Bombenwetter (oder) bis zur Vergasung“, sind deutsche Begriffe, die im öffentlichen Sprachgebrauch verpönt sind, aber sind sie alle der nationalsozialistischen Feder der NS-Zeit entsprungen? Diesen und anderen Fragen gibt das Buch des Autors Matthias Heine Auskunft. Das Buch gibt wertvolle Orientierung im Umgang aufgeladener Rhetorik und Stimmungen unserer Gesellschaft.

Sybille Thomae

„Demokratie leben!“ zum Frauentag 2019!

Die Mitglieder unseres Begleitausschusses, Frau Hauschild, Frau Schultheiß und Frau Thomae von der Exkos Gera stellten das Bundesprogramm „Demokratie leben“, das Landesprogramm „Denk bunt“ und unsere PfD Gera zur Frauentagsfeier im Volkshaus Zwötzen am 9. März vor. Ein Dankeschön an unsere drei Vertreterinnen.

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6 neue Projekte beschlossen!

Partnerschaft für Demokratie in Gera

Gestern, am 12.03.2019 tagte erneut der Begleitausschuss der Partnerschaft für Demokratie Gera. Es waren 8 interessante Anträge für unsere zweite Antragsrunde eingegangen.

Es wurden folgende Projekte bewilligt:

Fete de la musique, Christopher Street Weeks – viele sind gemeinsam stark, Demokratie.Zeit, Demokratieförderung ohne Ausgrenzung, 30 Jahre friedliche Revolution und Miteinander statt Nebeneinander.

Insgesamt gab der Begleitausschuss am 17.500,00 Euro aus.

Aber für alle Projektentwickler und – entwicklerinnen, keine Angst, es ist noch etwas Geld da und es wird eine neue Entscheidungsrunde geben. Geplant ist Anfang Juni. Genaueres bald mehr.