Diskussionsforum: Antisemitismuskritische Bildung

Ansätze, Streiträume, Allianzen

Antisemitismus zieht sich durch alle Gesellschaftsgruppen und kommt aktuell immer häufiger zum Tragen. Antisemitische Vorkommnisse erreichen eine neue Qualität – verbale Aggressionen vermischen sich immer mehr mit offener Gewalt und Verletzung psychischer und körperlicher Integrität der von Antisemitismus Betroffenen. Antisemitismusprävention war viele Jahre durch die Wissensvermittlung über Antisemitismus gekennzeichnet. Die überwiegend wissensbasierten Ansätze unterschätzten aber die emotionale Aufladung sowie soziale Verwobenheit des aktuellen Antisemitismus und machen ihn unsichtbar. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Bildungsarbeit zu Antisemitismus weiterqualifiziert und ausdifferenziert. Antisemitismuskritische Bildung gilt inzwischen als eine übergeordnete Bezeichnung für verschiedene Konzepte antisemitismusbezogener Interventionen. Zu ihren Grundannahmen gehören u.a. das Verständnis von Antisemitismus als ein tradiertes und flexibel einsetzbares Einstellungspotenzial und die Kritik an „Othering“ in Bezug auf Juden*Jüdinnen. Um eine antisemitismuskritische Perspektive einzunehmen, ist es wichtig anzuerkennen, dass judenfeindliche Positionen oft ungewollt übernommen werden. Das hauptsächliche Anliegen antisemitismuskritischer Bildung besteht demzufolge darin, individuelle wie auch kollektive Verstrickungen in antisemitische Dispositionen kritisch zu hinterfragen und auf ihre Dekonstruktion hinzuarbeiten. In diesem Zusammenhang ist auch die Beschäftigung mit den Wechselwirkungen zwischen Antisemitismus und Rassismus unerlässlich. Die Veranstaltung schafft einen Diskussionsraum über die Relevanz und Wechselwirkung von Rassismus- und Antisemitismuskritik und stellt die Frage nach Streiträumen und Allianzen zur Debatte.

Ablauf: 17.00 Uhr Keynote – Marina Chernivsky (Kompetenzzentrum, ZWST) / 17.30 Uhr Ankommen – ein Gespräch mit dem Publikum – Moderation: Christiane Friedrich (Perspektivwechsel Plus, ZWST) / 18.30 Uhr Pause / 19.00 Uhr Podiumsgespräch: Streiträume und Allianzen in der rassismus- und antisemitismuskritischen Bildungsarbeit – Gäste: Anne Goldenbogen (Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, Berlin), Michal Schwartze (Gymnasium, Frankfurt a. Main), Saba-Nur Cheema (Anne Frank Bildungsstätte, Frankfurt a. Main), Christina Büttner (ezra – Mobile Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, Erfurt) Moderation: Jana Scheuring (Perspektivwechsel Plus, ZWST)

20.30 Uhr Auswertung und Reflexion – Friederike Lorenz (Freie Universität, Berlin) / Anschließend Imbiss und Empfang

Veranstaltungsort: Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt, Augustinerstr. 10, 99084 Erfurt Anmeldung: Eine Online Anmeldung ist ab sofort  unter http://zwst-kompetenzzentrum.de/anmeldung-diskussionsforum/ möglich.

Der Eintritt ist frei. Nach dem Gespräch ist ein kleiner Imbiss vorgesehen. Weitere Informationen: Jana Scheuring, Bildungsreferentin (Perspektivwechsel Plus, ZWST) info@zwst-perspektivwechsel.de

 

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Missbrauch germanischer Mythologie im Rechtsextremismus

Vortrag von Prof. Dr. Dr. Georg Schuppener

Freitag, 24. November 2017, 19 Uhr  Gera Evangelisches Gemeindehaus Talstr. 30

Der Rechtsextremismus bezieht sich gern auf die germanische Mythologie und deutet sie im Sinne des Nationalsozialismus. Wegen dieses Missbrauchs wird das viel ältere Material heute in weiten Teilen der Gesellschaft stark tabuisiert. Dadurch bleibt es allerdings in der Deutungshoheit der Rechtsextremisten. Prof. Dr. Dr. Georg Schuppener forscht seit Jahren zu diesem Thema. In seinem Vortrag wird er die Grundzüge der germanischen Götterwelt erklären und deren politische Instrumentalisierung erläutern. Zudem wird er über die Verbindung und Abgrenzung von Neuheidentum und Rechtsextremismus sprechen.

Der Eintritt ist frei.

Veranstalter:

Lese-Zeichen e.V. mit der Evangelisch Lutherischen Kirchgemeinde St. Trinitatis Gera

„Immer Beste Freunde“

Pressemitteilung

Der Filmclub Gera-Pforten e.V. und Neulandfilm waren auf der Suche nach besonderen Freundschaften an der Pfortener Schule. Wir nahmen 10 Freundschaften auf, konnten aber nur 5 in den Film einfließen lassen, sonst wäre der Film zu lang geworden.

Der Zuschauer soll sich von besonderen Freundschaften  aus Sicht der Freunde überraschen lassen. Auch unsere Luftballonaktion aus Anlass des Weltkindertages, die  am 11. September stattfindet, wird in diesem Film  als abschließender Höhepunkt zu sehen sein. Dabei werden an der Pfortener Schule ca. 10.00 Uhr gleichzeitig 300 Heliumballons  durch alle Kinder der  Schule gestartet. An jedem Ballon hängt das Kind, das den Heliumballon freigibt, einen Wunsch für ein fremdes Kind.

Premiere des Films neben weiteren Filmen am 23. November 18.00 Uhr im Kommunikationszentrum der Sparkasse Gera-Greiz. Anschließend auf Youtube unter filmclubgerapforten. Bei Regen wird die Aktion um einen Tag verschoben.

Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ für ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Mit­­einander, dem Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit „denk bunt“ und der Partnerschaft für Demokratie „Miteinander für Gera“

„Gespaltene Gesellschaft? Zwischen Angst, Hass und Vorurteilen.“

Der Ton ist rauer geworden. Hass, Vorurteile und Ängste prägen unsere Gesellschaft: Ob in den sozialen Medien, in der Straßenbahn oder im Berufsalltag. Beleidigen statt diskutieren. Wegschauen statt beistehen. Zuschlagen statt miteinander reden.

Wir möchten mit der Vorurteilsforscherin Beate Küpper darüber diskutieren, wie Vorurteile und menschenfeindliche Einstellungen entstehen und warum es die Vorstellung von Ungleichwertigkeit bestimmter Menschen gibt. Zu den politischen Einstellungen der Thüringer_innen stellt uns Heinrich Best die aktuellen Ergebnisse des Thüringen Monitors vor. Francis Seeck, Anti-Klassismus und Antidiskriminierungstrainer_in erklärt uns, wo Menschen aufgrund ihrer sozialen Herkunft/ Position in unserer Gesellschaft benachteiligt werden. Gibt es hier einen Zusammenhang zwischen dem Gefühl »abgehängt zu sein« und dem Erstarken der rechtspopulistischen Kräfte? Aufgabe von Politiker_innen, wie der Landtagsabgeordneten Diana Lehmann, muss es sein, einen gesellschaftlichen Rahmen zu schaffen, der allen die gleiche Teilhabe ermöglicht – unabhängig ihrer individuellen Voraussetzungen.

Doch wie können wir Hass und Gewalt im Alltag begegnen und eine Spaltung der Gesellschaft verhindern? Über diese Themen möchten wir gerne gemeinsam mit Ihnen diskutieren.

 Dienstag, 14. November 2017, 18:00 – 20:00 Uhr – Villa Rosenthal, Mälzerstraße 11, Jena

Weitere Informationen und Online-Anmeldung: http://www.fes.de/de/veranstaltung/veranstaltung/detail/213975/

Der Eintritt ist frei.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Informationen zu unserem weiteren Bildungs- und Veranstaltungsangebot erhalten Sie auf unserer Internetseite www.fes.de/thueringen

Mit freundlichen Grüßen, Ihre Friedrich-Ebert-Stiftung – Landesbüro Thüringen – Nonnengasse 11 – 99084 Erfurt

Im Namen Gottes ergeht folgendes letztinstanzliches Urteil.

So beginnt Dr. Friedrich Franke am Sonntag seine Predigt. Er ist Richter in Gera, und gleichzeitig dient er in mehreren Gemeinden als Lektor, Kuester, Gloeckner und sogar als Kirchenmusiker. Ehrensache, dass wir ihn zu unserer Reihe „Straftaten der Bibel“ einladen mussten. Mord oder Totschlag? Ueber diese Frage sinniert die Autorin Jana Huster. Diesmal geht es um Kain und Abel. Richter Franke, so viel darf ich hier verraten, wirft einen Seitenblick auf die oesterreichische Gesetzgebung, wenn er seine Predigt beginnt, staunt dann aber vor allem darueber, warum Gott bei so einer eindeutigen  Rechtslage zu unerwartet reagiert. Wie? Lesen Sie Gen 4. Oder, besser noch, kommen Sie einfach vorbei! Denn diesen Sonntag ist unsere 6. Thieschitzer Sommerkirche.

Am 20. August 2017 findet in der Thieschitzer Kirche unser Gottesdienst zum ersten Mord der Bibel statt. Wenn Sie Zeuge werden wollen, finden Sie sich bis 17 Uhr in der Kirche ein. Um 16 Uhr faehrt eine Radfahrer-Gruppe vom Portal der Marienkirche los und wird das Gotteshaus puenktlich erreichen. Die Musik machen Albrecht Pinquart (Oboe) und Ina Mohn-Engel (Orgel). Hinterher gibt es ein kleines sparsames Kain und Abel Buffet mit den Gaben des Ackerbodens und der Ziegenzucht. Hier finden Sie alle Termine der Sommerkirche im Netz: http://www.marienkirche-gera.de/Kirchen/Kirche-Thieschitz/, und hier koennen Sie unser Programm-Faltblatt aufklappen: http://www.marienkirche-gera.de/CMS/data/files/Flyer%20Straftaten%20der%20Bibel.pdf. In diesem Jahr foerdern uns Demokratie leben! und der Verein Rechtspflege Kunst & Kultur.

Pfarrer Dr. Frank Hiddemann

Wartburgfest reloaded

Wie kann Demokratie in Europa heute gemeinsam gestaltet werden? Wie kann sie jenseits der Nation gedacht werden? Welche Gefahren und Herausforderungen bedrohen gegenwärtig die Demokratie?

Wir laden vom 21. bis 26. August 2017 junge Menschen ab 18 Jahren zu einem europäischen Demokratieprojekt nach Eisenach ein, um gemeinsam Antworten auf diese und andere Fragen zu finden.

Das 200-jährige Jubiläum des Wartburgfestes von 1817 ist Anlass, miteinander ins Gespräch zu kommen, einander zu begegnen und uns darüber auszutauschen, wie wir Demokratie leben und verstehen wollen. Eine Woche lang werden wir in Workshops und Exkursionen die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Demokratie in Europa ergründen. Denn Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie muss immer wieder neu verteidigt, befördert und gestärkt werden. Es ist an der Zeit, die Idee der europäischen Einheit neu aufleben zu lassen und für Vielfalt und friedliches Miteinander aufzustehen. Beginnen wir in Eisenach – beim Wartburgfest reloaded!

Sie können sich ab sofort online unter www.wartburgfest-reloaded.eu für das Wartburgfest reloaded anmelden. Nähere Informationen zum Programm entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungsflyer.

 

Out of Syria – Inside Facebook

Herzliche Einladung zum Künstlergespräch mit der syrischen Künstlerin Dona Abboud am 26. Mai 2017, 18:00 Uhr Häselburg Gera, Burgstraße 12, 07545 Gera

Auf der Suche nach Wahrheit sammelte die syrische Künstlerin Dona Abboud Facebook-Fotos. Sie sollten ihr Auskunft über das wahre Leben in der Heimat während des Krieges geben, denn die deutschen Medienbilder wollten nicht so recht mit dem in Syrien selbst Erfahrenen zusammenpassen.

Deshalb suchte Dona Abboud Kontakt zu elf Facebook- Nutzern und verfolgte deren Posts über fünf Jahre. Sie sammelte 2000 Fotografien von Assad-Gegnern und Assad- Anhängern, Kämpfern und Zivilisten, Frauen und Männern, Alten und Jungen. Entstanden ist ein Künstlerbuch, das die Grafikdesignerin und Bildende Künstlerin Dona Abboud vorstellen wird.

Im anschließenden Talk sprechen die Migrations- und Integrationsbeauftragte der Stadt Gera, Nicole Landmann, Osama Abo Shahen aus Syrien und Dr. Claudia Tittel, Kunst- und Medienwissenschaftlerin, Bauhaus-Universität Weimar, über das Ankommen in Deutschland, Identitäten und Erfahrungen in der neuen Heimat.

Die Veranstaltung wird im Rahmen des Sendeprojekts „Streitkultur – Kulturstreit“ des Thüringer Medienbildungszentrum der TLM in Gera, dem Bürgerradio Radio LOTTE in Weimar aufgenommen. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen TLM Gera, Bürgerradio Radio LOTTE Weimar, Theater & Philharmonie Thüringen, der Evangelischen Kirche Gera, der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde G26, dem Stadtjugendring Gera, dem Freundeskreis für Flüchtlinge, dem Verein Akzeptanz! e. V., den Thüringer Bündnissen und Initiativen gegen Rechts und Caritasverband für Ostthüringen e.V. in Kooperation mit dem Kulturzentrum Häselburg.

Flyer zur Veranstaltung: Out of Syria – Inside Facebook

Mensch du hast Rechte

Auf die am 10.05. im Metropolkino stattgefundene 1. Menschenrechtsveranstaltung „Helfen oder Ausgrenzen?“ gab es zahlreiche Reaktionen, die von kritischen Worten bis zur Begeisterung reichen. „Das zeigt uns, dass wir mit dieser Filmpodiumsreihe einen wichtigen Weg eingeschlagen haben“ sagt Udo Pein vom Förderverein Rechtspflege Kunst und Kultur. Für alle, die nicht teilnehmen konnten hier das Video zur Veranstaltung:

Weitere Informationen zum Projekt und dem Verein finden Sie unter: www.vereinrechtundkunst.de.

Galerie

Straftaten der Bibel

Sommerkirche in Thieschitz der Kirchgemeinde Gera-Untermhaus

Das Handeln Gottes im ersten Buch der Bibel erfüllt eine ganze Reihe von Straftatbeständen. Und auch viele Väter und Mütter des Glaubens sind nach heutigen Maßstäben Kriminelle. Woran liegt das? Haben sich unsere Rechtsauffassungen so gewandelt? Oder liegt das Handeln Gottes und auch der großen Glaubenshelden immer außerhalb menschlicher Maßstäbe?

Wir laden im Rahmen unserer Sommerkirche zu einer vergnüglichen und geistlich anregenden Reise durch die Kriminalgeschichte der Bibel ein. Die Geraer Autorin Jana Huster hat Straftaten der Bibel ausgewählt und beschreibt sie mit Verwunderung, meist humoristisch, manchmal auch mit einer gewissen Empörung. Sodann wird versucht, hinter den Norm- und Regelbrüchen einen geistlichen Sinn zu finden. Voraussichtlich wird das gelingen.

Seien Sie willkommen zu unseren sommerlichen Gottesdiensten. Sie hören ausgesuchte Musik. Anschließend steht ein kleiner Imbiss bereit. Wir wünschen uns dabei Gespräche über die Themen des Gottesdienstes,das Recht, den Rechtsstaat und Demokratiekonzepte. Und noch ein Angebot für die Hinreise: Wie in den letzten Jahren starten wir um 16 Uhr am Portal der Marienkirche und radeln an der Elsterentlang nach Thieschitz.

Die Termine:

Sonntag, 11. Juni 2017  um 15 Uhr: „Und er setzte ihn in einen Garten“ – Aussetzung und Betäubungsmittel im Paradies – am Sonntag Trinitatis – mit anschließendem Sommerfest

Sonntag, 25. Juni 2017 um 17 Uhr: Die Arche Noah – Herbeiführen einer Überschwemmung, Gefährlicher Eingriff in den Schiffsverkehr und vieles mehr  – am 2. Sonntag nach Trinitatis

Sonntag, 9. Juli 2017 um 17 Uhr: Joseph flieht vor Potiphars Weib – Üble Nachrede, Verleumdung, Falsche Verdächtigung – am 4. Sonntag nach Trinitatis

Sonntag, 23. Juli 2017 um 17 Uhr: Sodom und Gomorrha und das traurige Los der Frau Lot – Strafrechtliche Bewertung des Erstarrens zur Salzsäule – am 6. Sonntag nach Trinitatis

Sonntag, 6. August 2017 um 17 Uhr: Jakob, Lea und Rahel – Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt –  am 8. Sonntag nach Trinitatis

Sonntag, 20. August 2017 um 17 Uhr: Kain & Abel – Mord oder Totschlag? – am 10. Sonntag nach Trinitatis

Sonntag, 3. September 2017 um 17 Uhr: Was ist das Gesetz? – am 12. Sonntag nach Trinitatis

Sonntag, 17. September 2017 um 17 Uhr: Abrahams Versuchung – Anstiftung, Bedrohung, Nötigung und Co – am 14. Sonntag nach Trinitatis

Sonntag, 1. Oktober 2017 um17 Uhr: Lot und seine Töchter – Vollrausch und Beischlaf zwischen Verwandten – am Erntedanktag

Sonntag, 15. Oktober 2017 um 17 Uhr: Josephs Verkauf nach Ägypten – Menschenhandel & Sklaverei –  am 18. Sonntag nach Trinitatis

Weitere Informationen finden Sie hier: Flyer

oder unter: www.marienkirche-gera.de